Tag 2, oder auch: Wenn der Jetlag so richtig kickt! 😵💫
Heute bin ich um 4 Uhr hellwach aufgewacht. Denn eigentlich wäre es zu Hause ja schon viel später gewesen ... und ich habe wirklich versucht, mich an meine 10 Tipps gegen Jetlag Richtung Westen zu halten. Aber es kribbelte mir in den Fingern und ich wollte so gerne mit dem Reisetagebuch starten. Immerhin war schon am Anreisetag so viel passiert. Weil die Kinder noch so schön geschlafen haben, habe ich mit großer Freude vor mich hingetippelt.
Als es draußen langsam hell wurde, habe ich das Licht angeschaltet und damit dann auch direkt die Kinder geweckt. Ganz entspannt machten wir uns fertig und spazierten zum Frühstücksbuffet. Dort war schon jede Menge los. Jede Menge Menschen, jede Menge Auswahl und jede Menge Pancakes.
Beim Frühstück stellten wir allerdings fest, dass wir für die Muir Woods einen Parkplatz hätten reservieren müssen. Natürlich waren alle Plätze am Vormittag schon weg, aber wir konnten noch einen Parkplatz für 13:30 Uhr buchen. Also drehten wir unser Programm einfach um. Nicht zuerst zu den Mammutbäumen in den Muir Woods und danach zum Strand, sondern zuerst zum Strand und anschließend zu den Bäumen.
Was sich im Nachhinein auch als richtig gute Idee herausstellte.

Filmausschnitt zur Standortsuche © 20th Century Studios
Unser erster Weg führte uns über die Golden Gate Bridge. Wir entschieden uns ganz bewusst dagegen, die Brücke zu Fuß zu überqueren. Für unseren heutigen Tagesplan reichte uns die Fahrt mit dem Auto vollkommen aus. Direkt hinter der Brücke hielten wir am H. Dana Bowers Memorial Vista Point.
Der Blick von hier ist nicht ganz so spektakulär wie von den Aussichtspunkten weiter oben am Berg oder von der anderen Seite der Brücke. Für unser „Planet der Affen“-Foto war dieser Aussichtspunkt aber perfekt.
In "Planet der Affen: Prevolution" wird die Golden Gate Bridge zum großen Wendepunkt der Geschichte. Caesar und die anderen Affen fliehen aus San Francisco und kämpfen sich über die Brücke in Richtung Redwoods. Die Stadt steht für Labore, Menschen und Kontrolle. Auf der anderen Seite wartet der Wald und damit Caesars neue Welt: Caesar ist hier zu Hause.
Für den Roadtrip durch Kalifornien hab ich mir von den schönsten Szenen meiner Lieblingsfilme Fotokarten erstellt und mich von Andrea David und ihrem Reiseblog www.filmtourismus.de inspirieren lassen. Dabei habe ich mir im Vorfeld unzählige Filme aus meiner Jugend noch einmal angesehen und die schönsten und besten Momente festgehalten um sie auf unserer Reise ganz in echt zu entdecken.
Einen ausführlichen Beitrag dazu findest du im Blog unter Drehort Kalifornien - Bedeutende Filme und Serien vor der Reise und ein Kurzvideo zu unseren zwei Schauplätzen in meinen Instagram-Reels oder bei YouTube.

Nach unserem ersten Fotostopp fuhren wir weiter nach Sausalito. Im Supermarkt deckten wir uns mit Blödsinns-Essen und Getränken für den Tag ein. Schließlich wollten wir später am Strand picknicken ... und selbst ein gewöhnlicher Supermarkt-Parkplatz sieht in Kalifornien aus wie im Film - Palmen, ja ne, is klar!
Anschließend ging es vorbei an Sausalito und seinen wunderschönen Hausbooten - leider ohne Foto.
Wir folgten dem Highway 1 weiter in Richtung Stinson Beach und schon die Fahrt war ein echtes Erlebnis. Küstenstraße und Meerblick. Genau so hatte ich mir unseren Roadtrip vorgestellt.

Auf dem Weg hielten wir am Muir Beach Overlook. Dieser kurze Zwischenstopp lohnt sich unbedingt.
Vom Parkplatz liefen wir bis ganz nach vorne zum Aussichtspunkt. Der Weg ist nicht besonders lang, aber die Aussicht auf die Küste ist wunderschön. Bei unserem Besuch war es hier nicht überlaufen. Einfach Natur pur und ein echtes Highway-1-Küstenerlebnis.
Wer nicht schwindelfrei ist, sollte allerdings vorsichtig sein. Der Aussichtspunkt liegt hoch über dem Pazifik und der Wind weht hier ordentlich.

Direkt am Stinson Beach gibt es einen großen Parkplatz, auf dem wir unser Auto kostenlos abstellen konnten. Von dort waren es nur wenige Minuten durch den feinen Sand bis zum Meer. Besonders praktisch sind die öffentlichen Toiletten. Rund um den Parkplatz gibt es außerdem Sitzbänke, Picknickplätze und Barbecue-Grills.
Nur Schatten ist am Stinson Beach eher Mangelware. Ein Strandzelt oder ein anderer Sonnenschutz wäre hier wirklich von Vorteil gewesen. Einen Sonnenschirm werden wir (leider viel zu spät) erst in Malibu kaufen. Wir fanden trotzdem ein schattiges Eckchen in den Dünen und blieben gut zwei Stunden ... machten unser Picknick, verbrachten Zeit an der Meereskante und sprangen gemeinsam mit den Möwen über die Wellen.
Was für ein wunderschöner Tag!

Bevor wir den Strand wieder verlassen haben, bin ich mit meinem Mann nochmal ein Stück weiter nach oben zur Wasserkante gelaufen, er ein Stück weiter als ich. Denn mein Mann ist der einzige aus der Familie, der schon einmal (mit der Bundeswehr damals) in Kanada und in den USA war ... und es war ihm wichtig, die westlichste Person der Familie Steger zu bleiben. Worüber wir uns vorher immer lustig gemacht hatten.
Außerdem stand folgende Abmachung im Raum: "Wer am Stinson Beach, dem westlichsten Punkt unserer Reise, am weitesten rausschwimmt, ist der westlichste Stegi". Nach der Hai-Warnung am Strandübergang hat sich dann jedoch keiner mehr ins Wasser getraut ... und ich hatte zu Hause ja bereits eine Überraschung vorbereitet.
Der Sohn einer Freundin hat mit dem 3D Drucker eine Medaille gedruckt: "Westlichster Stegi aller Zeiten" steht darauf in dicken großen Buchstaben. Diese Medaille hab ich meinem Mann am Strand überreicht und er hat sich sehr gefreut.
Wie schön, wenn man auch mit 40 und 50 Jahren noch so kindisch sein kann. 🤣

Vom Stinson Beach fuhren wir dann über die Panoramastraße weiter zu den Muir Woods. Diese Strecke lässt sich kaum auf einem Foto festhalten. Es war einfach nur wahnsinnig schön. Allerdings besteht die Straße gefühlt nur aus Kurven.
Wenn es dir schnell schlecht wird, solltest du hier lieber etwas langsamer fahren. Die Aussicht war die kurvige Fahrt aber auf jeden Fall wert.

Filmausschnitt zur Standortsuche © 20th Century Studios
Pünktlich um 13:30 Uhr, zur Einlasszeit unseres Parkplatzes, erreichten wir die Muir Woods. Die riesigen Küstenmammutbäume waren schon auf den ersten Metern unglaublich beeindruckend und auch ohne Filmbezug ist die Atmosphäre zwischen den Mammutbäumen etwas ganz Besonderes.
Die Bäume sind riesig, uralt und trotzdem wirkt der ganze Wald ruhig und friedlich. Für uns reichte es vollkommen aus, auf dem Main Trail bis zur dritten Brücke zu laufen. Vorher machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Cathedral Grove. Anschließend gingen wir langsam zurück und überquerten dabei die dritte Brücke.
In "Planet der Affen: Prevolution" spielen die Redwoods eine besondere Rolle. Zwischen den riesigen Bäumen erlebt Caesar einen seiner ersten echten Freiheitsmomente. Der Wald steht für Ruhe, Freiheit und den Ort, an den er gehört.
Den Mammutbaum-Querschnitt aus dem Film können wir genau so auch im Muir Woods Park finden. Spannend.
Planet der Affen (2011) ist verfügbar bei www.disneyplus.com.

Wir wollten hier keine möglichst lange Wanderung schaffen. Wir wollten die Bäume anschauen. Immer wieder nach oben blicken. Einfach stehen bleiben. Die Ruhe, den besonderen Geruch und die frische Waldluft genießen. Zwischendurch setzten wir uns auf eine der Bänke und ließen den Wald auf uns wirken.
Essen ist innerhalb der Muir Woods nicht erlaubt. Das war für uns aber überhaupt kein Problem, denn wir hatten vorher bereits am Strand gegessen.
An dieser Stelle nochmal ein kleiner Vergleich:
Bei uns zu Hause im Forstrevier Sulzbach steht die "Dicke Douglasie". Mit etwa 44 Metern Höhe, 4 Metern Stammumfang und einem Alter von rund 115 Jahren ist sie der mächtigste Baum im gesamten Forstrevier. Für uns ist sie ein echter Baumriese.
Zwischen den Küstenmammutbäumen in den Muir Woods wirkt unsere Dicke Douglasie allerdings plötzlich fast zierlich. Die höchsten Bäume dort sind über 76 Meter hoch und damit fast doppelt so groß. Die breitesten Stämme erreichen mehr als 4 Meter im Durchmesser. Unsere Douglasie kommt mit ihrem Umfang von 4 Metern dagegen auf einen Durchmesser von ungefähr 1,27 Metern.
Einige Mammutbäume in den Muir Woods sind außerdem mindestens 1000 Jahre alt. Dagegen sind die 115 Jahre unserer Dicken Douglasie geradezu jugendlich.

An verschiedenen Stellen standen Ranger bereit und beantworteten Fragen. Besonders spannend für Kinder war eine Liste mit den Tieren, die an diesem Tag bereits im Wald gesichtet worden waren:
Ganz schön was los hier, wenn man sich Zeit nimmt und genauer hinsieht.

Im Flyer fanden wir außerdem viele Informationen über das Alter, die Höhe und die Wurzeln der Mammutbäume.
Für den Besuch kann man ganz entspannt ein bis zwei Stunden einplanen. Man muss hier nicht möglichst weit laufen. Manchmal reicht es, einfach nur stehen zu bleiben und zu staunen.
Für die Riesenmammutbäume hätten wir unsere Reiseroute bis zum Sequoia-Nationalpark und zum Kings-Canyon-Nationalpark erweitern müssen. Das wäre allerdings eine deutlich längere Fahrstrecke und zusätzliche Übernachtungen gewesen und hätte den Rahmen etwas gesprengt. Vielleicht schauen wir da bei unserem nächsten Besuch vorbei?

Auf dem Rückweg fuhren wir wieder durch Sausalito. Von dort hat man einen großartigen Blick auf die Skyline von San Francisco und auf Alcatraz. Wir hielten uns diesmal aber nicht lange auf. Nach diesem erlebnisreichen Tag wollten wir einfach nur zurück in unsere Unterkunft und eine kleine Pause machen.

Den Abend verbringen wir am Pier 39. Dort schauen wir dem Naturkino der Seelöwen zu. Es wird gerufen, gerangelt, geschlafen und zwischendurch plumpst immer wieder einer ins Wasser. Langweilig wird es hier nicht und man könnte Stunden damit verbringen, auf den Bänken am Pier zu sitzen und den Tieren zuzusehen.
Der Hunger treibt uns allerdings ins Swiss Louis direkt am Pier 39. Wir essen Pizza und schauen der Sonne über der Golden Gate Bridge beim untergehen zu. Zugegeben, die Pizza war gut, allerdings auch sehr sehr knoblauchlastig. Hab ich so bei einer Pizza auch noch nicht erlebt.
Golden Gate Bridge, Highway 1, Pazifikstrand, Mammutbäume und Seelöwen an einem einzigen Tag. Viel besser hätte unser erster richtiger Roadtrip-Tag nicht laufen können.

Vom Pier aus hatten wir auch einen guten Blick auf die Gefängnisinsel Alcatraz. "Da werden wir morgen rüber fahren". Die Vorfreude war groß, denn - Achtung Spoiler - auf "The Rock" werde ich einige Fotokarten auspacken können. 😍
Einen ausführlichen Erlebnisbericht findest du in Tag 3 meines USA-Reisetagebuchs unter Alcatraz mit Kindern - Drehorte von The Rock in San Francisco
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Das Wahrzeichen von San Francisco und Schauplatz von Planet der Affen. Meine Tochter turnt auf der Mauer des Aussichtspunkts, darum haben wir sogar noch ein Foto mit dem Titel: Brücke vor der Brücke.
Die beeindruckende Küste am Highway 1 startet für uns mit der Fahrt durch den Regenbogentunnel. Am Strand sammeln meine Tochter und ich jede Menge Schätze im Sand und den Papa küren wir zum "Westlichsten Stegi aller Zeiten".
Die am höchsten wachsenden Lebewesen der Erde.
Seelöwen so weit das Auge reicht und ein Sonnenuntergang über der Golden Gate Bridge.
Unser Reisetagebuch zum Kalifornien-Roadtrip mit der ganzen Familie: Mama, Papa und zwei Kinder (10 und 14 Jahre). Von Bayern nach San Francisco, immer an der Westküste entlang, über Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Pismo Beach, Santa Barbara, Malibu nach Los Angeles und über die Route 66 weiter bis nach Las Vegas und zurück nach Santa Monica. 3 Wochen von Ende August bis September 2026.
Wir haben große Pläne, mal sehen, was sich davon umsetzen lässt. 🙏
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Ich würd mich freuen.
Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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