Heute steht unser letzter vollständiger Tag in San Francisco auf dem Programm. Und was könnte besser zu San Francisco passen als ein Cable-Car-Tag in Russian Hill, Chinatown und North Beach?
Eine sehr gute Nachricht kam außerdem gestern Abend noch von meinem KI-Reiseagenten: Der Highway 1 ist wieder vollständig befahrbar. Die letzten Tage mussten wir nämlich bangen, ob wir den Highway 1 am Big Sur wirklich so fahren können wie wir möchten, oder ob uns das "Timber Fire" einen Strich durch die Rechnung macht ... aber zum Glück ist die Straße wieder frei. Auch unsere nächsten Unterkünfte an der Monterey Bay und in San Luis Obispo sind (bisher?) nicht betroffen. Hoffen wir, dass das so bleibt.
Nachtrag & Spoiler: Tut es nicht.

Wir starten am Cable Car Turnaround an der Ecke Taylor Street und Bay Street und fahren einmal bis zum Ende durch bis zum Turnaround an Powell Street und Market Street. Das Beste daran: Wir sind so früh unterwegs, dass noch kaum etwas los ist. Zumindest auf dem Hinweg haben wir die Cable Car fast für uns allein. Später am Tag wird das noch ganz anders aussehen.
Am heutigen Tag wollen wir nicht nur mit der Cable Car fahren, sondern auch beobachten, wie sie an der Endstation von Hand gedreht wird. Die Cable Car fährt dafür auf einen großen Drehteller. Anschließend drehen zwei Mitarbeiter den gesamten Wagen von Hand in die andere Richtung. Spannend!
Ein passendes Kurzvideo findest du in meinen Instagram-Reels oder YouTube Shorts.

Auf unserem Weg durch Chinatown entdecken wir ein megatolles Bruce-Lee-Mural. Natürlich müssen wir hier einen Fotostopp einlegen.
Bruce Lee wurde am 27. November 1940 in San Francisco geboren. Seine Eltern stammten aus Hongkong und hielten sich zu dieser Zeit mit einer chinesischen Operntruppe in der Stadt auf. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte Bruce Lee zwar in Hongkong, mit 18 Jahren kehrte er aber nach San Francisco zurück. Deshalb begegnet man ihm in Chinatown bis heute an verschiedenen Stellen. Es gibt mehrere Murals und weitere Erinnerungen an den Schauspieler und Kampfkünstler.

Nach der Cable-Car-Fahrt laufen wir zu Fuß durch Chinatown. Die Straßen und kleinen Gassen sind mit roten Lampions geschmückt. Genau diese Seitenstraßen machen für mich den besonderen Charme von Chinatown aus. Unser Ziel ist die Golden Gate Fortune Cookie Factory in der Ross Alley.
Von außen wirkt die Manufaktur eher unscheinbar. Im Inneren können wir direkt dabei zusehen, wie die Glückskekse gebacken und noch warm gefaltet werden. Die Mitarbeiterin freut sich, dass ich filmen möchte und zeigt mir Schritt für Schritt wie der warme Keksteig zu einem knusprigen Glückskeks mit Zettelfüllung wird.
Ein passendes Kurzvideo findest du in meinen Instagram-Reels oder YouTube Shorts.

Wir dürfen auch vom noch flachen Keksteig probieren. Das wie-bekommen-wir-zahlende-Kunden-Marketing funktioniert somit wunderbar und wir verlassen den Laden nicht mit leeren Händen. Am Ende tragen wir eine große Tüte voller Glückskekse durch Chinatown.
Bis ins Hotel und später sogar bis nach Hause schafft es aber nur ein Bruchteil davon. 🤣
Die Golden Gate Fortune Cookie Factory stellt nach eigenen Angaben täglich bis zu 10.000 Glückskekse her. Auch viele bekannte Personen waren schon hier zu Besuch. Auf der Fotowand entdecken wir unter anderem Laurence Fishburne (bekannt als Morpheus aus "Matrix") und den YouTuber IShowSpeed.
Obwohl Glückskekse heute vor allem in chinesischen Restaurants serviert werden, stammen sie ursprünglich nicht aus China. Ihre Wurzeln liegen wahrscheinlich in Japan. Dort gab es bereits im 19. Jahrhundert sogenannte Tsujiura Senbei. Das waren größere, dunklere und weniger süße Kekse, in denen kleine Zettel mit Glückssprüchen steckten.
Die heute bekannte süße Form des Glückskekses entstand vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalifornien. Als wahrscheinlichster Ursprung gilt San Francisco. Die Golden Gate Fortune Cookie Factory in Chinatown hat den Glückskeks also nicht erfunden, aber man kann seit 1962 dabei zusehen, wie die dünnen Kekse gebacken, mit einem Spruch versehen und von Hand in ihre typische Form gefaltet werden.

In Chinatown steigen wir wieder in eine Cable Car. Eigentlich wollen wir nur wenige Stationen bis zum Fairmont Hotel fahren. Doch ausgerechnet unsere Cable Car ist eine Fahrschulbahn. Mehrfach versucht sie, am steilen Berg wieder anzufahren. Dazu wird natürlich ordentlich gebimmelt. So wird selbst diese kurze Fahrt zu einem ruckeligen Erlebnis.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Walt Disney Company
Am Fairmont Hotel legen wir einen weiteren Fotostopp ein. Ich halte meine Postkarte mit der passenden Szene aus "The Rock" vor das Gebäude. Die Suite, in der die Szene spielt, werde ich vermutlich nicht betreten dürfen. Ich hatte erst überlegt zu fragen, mich dann aber doch dagegen entschieden.
Ich stehe unten am Eingang und schaue nach oben. Im Penthouse da oben saß Sean Connery und ließ sich die Haare schneiden. Kurz darauf flieht er zum Palace of Fine Arts (welche wir am Vortag besucht hatten).

Mit dem Bus Nummer 12 fahren wir bis Broadway und Kearny Street. Von dort sind es "nur" vier Blocks bis zum Coit Tower. Bedeutet: steil, steiler, San Francisco.
Wir kämpfen uns die Straße nach oben. Und als wir denken, wir hätten es fast geschafft, stehen wir vor einem Schild mit der Aufschrift "Stairs to Coit Tower" ... über die Filbert Street Steps geht es noch einmal 127 Stufen hinauf und wir stehen endlich auf dem Plateau am Fuß des Coit Towers.
Schon von hier ist der Blick auf die Stadt wunderschön und wir entdecken in den Bäumen auch zum ersten Mal Kolibris. Die werden wir bei unserer Reise noch öfter entdecken.

Die Familie bleibt im Park am Fuße des Turms liegen, ich entscheide mich auch noch auf den Turm zu steigen. Der Eintritt kostet 11$ und leider ist der historische Aufzug heute außer Betrieb. Das bedeutet: noch einmal 234 Stufen zu Fuß. Aber auch das ist kein Problem. Schließlich gehe ich nicht nur zum Spaß ins Fitness Studio. Die Stufen bis zur Aussichtsplattform sind kein Problem für mich. Unglaublich.
Ich kann mein Glück nicht fassen und bin (mal wieder) den Tränen nahe. Ich liege heute nicht auf der Chemo-Liege (und musste zuvor den Aufzug in den 1. Stock bis zum Frauenarzt nehmen, weil meine Beine zu schwach waren). Ich laufe Treppenstufen. Hunderte an diesem Tag und zwar mit so viel Energie wie ich sie schon lange nicht mehr in meinem Leben hatte.
Ich hab mir meine Kraft zurückgekämpft und werde in diesem Moment mit einem fantastischen Blick über San Francisco belohnt. 🥹

Durch die kleinen Fenster des Coit Towers sehe ich die Skyline von Downtown, die Bay Bridge, Alcatraz und die gesamte Bucht. Auch die steilen Straßen und dicht aneinandergebauten Häuser wirken von hier oben noch einmal ganz anders.
Für diesen Ausblick haben sich die vielen Treppenstufen auf jeden Fall gelohnt.

Nach dem Coit Tower geht es weiter nach North Beach und Little Italy. Ein wunderschönes Viertel. Hier kann man gemütlich durch kleine Straßen laufen und sehr gut italienisch essen. Das Schöne daran, wenn man sich für eine Stadt richtig viel Zeit nimmt: Man muss nicht alles in ein oder zwei Tagen durchhetzen.
Vor Tony’s Pizza Napoletana müssen wir ungefähr 20 Minuten auf einen Tisch warten. Diese Zeit verbringen wir einfach im Washington Square Park vor der Saints Peter and Paul Church. Wir legen uns in die Wiese, genießen die Sonne und essen schon einmal einen Apfel als Vorspeise.

Bei Tony’s Pizza Napoletana bestellen wir eine preisgekrönte Pizza Margherita und Spaghetti mit riesengroßen Fleischbällchen. Als das Essen auf dem Tisch steht, staunen wir über die gewaltigen Portionen und das riesige Besteck. Die Pizza ist wirklich extrem lecker, noch besser war es allerdings in Karlsbad im Ristorante Capri und (da sind mein Mann und ich uns einig) in Rom!
Trotzdem: Für uns eine ganz klare Empfehlung in Little Italy.

Nach dem Mittagessen laufen wir durch die wunderschönen Straßen von North Beach und suchen nach der Cable Car, die uns oberhalb der Lombard Street am Russian Hill absetzt. Inzwischen ist das Wetter richtig schön geworden. Es ist deutlich später als bei unserer ersten Fahrt und die Cable Cars sind jetzt entsprechend voll. Trotzdem bekommen wir noch einen Stehplatz und an der Lombard Street steigen dann sowieso fast alle aus.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich hätte mir von der Lombard Street ein bisschen mehr erhofft. Von oben kann man nicht so richtig in die kurvige Straße schauen. Von unten ist der Blick ebenfalls schwieriger als erwartet. Am besten sieht es aus, wenn gerade Autos versuchen, die acht engen Kurven hinunterzufahren. So lassen sich auch schöne Erinnerungsfotos machen.
Trotzdem lohnt es sich, die Lombard Street einmal von oben nach unten zu laufen. Sie ist eben eine dieser Sehenswürdigkeiten, die man aus vielen Filmen und Bildern kennt. Auch die Verfolgungsjagd aus "The Rock" führt über die steilen Straßen von Russian Hill. Dabei kommt es zum spektakulären Zusammenstoß mit einer Cable Car.
Von der Lombard Street laufen wir schließlich zu Fuß zurück zu unserem Hotel.

Nach einer kurzen Pause im Hotelzimmer entscheide ich mich noch für eine Schwimmrunde im Hotelpool. Ich geh alleine los, denn der Rest der Familie ist platt und möchte sich heute nicht mehr bewegen. Mich treibt es noch für ein paar Bahnen in den Hotelpool. So schön, denn die Sonne war schon hinter dem Dach verschwunden und der Wind deutlich kühler. Somit war ich allein am Pool und konnte in Ruhe meine Bahnen ziehen.
Den Abend verbringen wir bei einem Cocktail in der Hotel-Lobby. Die Werbung aus dem Hotelaufzug hat uns überzeugt. Wir scheinen heute echte Marketingopfer zu sein 🤣
Wir denken an die schönen Tage in San Francisco zurück und freuen uns auf die nächsten Tage an der Monterey Bay!
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Mit der historischen Cable Car fahren wir durch San Francisco und entdecken Chinatown, die Glückskeksfabrik, das Fairmont Hotel und die berühmte Lombard Street.
Über steile Straßen und viele Treppenstufen geht es hinauf zum Coit Tower. Oben erwarten mich ein fantastischer Blick über San Francisco, Alcatraz und die Bucht sowie ein ganz besonderer emotionaler Moment.
Zwischen der Saints Peter and Paul Church und dem Washington Square Park genießen wir Little Italy und eine preisgekrönte Pizza bei Tony’s Pizza Napoletana.
Unser Hotel für die ersten fünf Nächte in San Francisco. Mit zwei Queensize-Betten, großem Frühstücksbuffet, Außenpool und einer perfekten Lage nahe dem Pier 39.
Unser Reisetagebuch zum Kalifornien-Roadtrip mit der ganzen Familie: Mama, Papa und zwei Kinder (10 und 14 Jahre). Von Bayern nach San Francisco, immer an der Westküste entlang, über Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Pismo Beach, Santa Barbara, Malibu nach Los Angeles und über die Route 66 weiter bis nach Las Vegas und zurück nach Santa Monica. 3 Wochen von Ende August bis September 2026.
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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
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