Heute wollten wir ganz entspannt in den Tag starten, deshalb sind wir erst um kurz vor 8 Uhr zum Frühstück. Was leider ein großer Fehler war. Massen an Menschen standen am Frühstücksbuffet an und so mussten wir erstmal 15 Minuten warten, bis wir überhaupt einen Platz im Frühstücksraum bekommen haben.
Unser Learning für die nächsten Tage: Lieber früh aus dem Bett quälen und dafür entspannt in den Tag starten, als lange im Bett liegen bleiben und dafür anschließend gestresst frühstücken. 😅

Auf die Painted Ladies hatte ich mich so sehr gefreut. Gleich am Morgen sind wir mit dem Auto zur berühmten viktorianischen Häuserzeile am Alamo Square gefahren. Ich wollte besonders schöne Fotos im Morgenlicht machen. Was mein KI-Reiseplaner auf dem Schirm hatte, ich aber nicht: Am Morgen werden die Häuser nicht von vorne angestrahlt und so lagen die Painted Ladies komplett im Schatten.
Der Blick über San Francisco war trotzdem nicht schlecht, das Foto-Highlight "Painted Ladies" hatte ich mir aber besser vorgestellt. Auch, weil vor den Häusern inzwischen große Bäume stehen die dicht zugewachsen sind und dadurch (vielleicht von den Anwohnern ja auch gewollt) den Blick auf die schönen bunten Häuser zur Hälfte verdecken.
Die Painted Ladies gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen von San Francisco. Die sieben farbenfrohen viktorianischen Häuser stehen für die besondere Architektur der Stadt und tauchen immer wieder in Filmen, Serien und auf Postkarten auf. Besonders bekannt ist der Blick auf die Häuser aus dem Vorspann von "Full House". Das eigentliche Haus der Familie Tanner steht allerdings an einer anderen Stelle in San Francisco.

Vom Mission Bartlett Parkhaus liefen wir zu Fuß zur Balmy Alley. Schon unterwegs gab es an vielen Hauswänden die ersten Kunstwerke zu entdecken. Während ich voller Begeisterung vorneweg durch das Mission District lief und nur Augen für die farbenfrohen Murals (Wandgemälde) und wunderschönen bunten Häuser hatte, nahm meine Familie das Viertel leider aus einer ganz anderen Perspektive wahr. Sie bemerkten vor allem die schmutzigen Straßenecken und die vielen Obdachlosen.
Manche Menschen saßen oder schliefen am Straßenrand, andere redeten wirres Zeug oder liefen wie Ed Gein mit Spitzenstrümpfen und gruseligen Perücken durch die Straßen. Besonders mit Kindern kann das natürlich erstmal beängstigend wirken. Wobei, meine Tochter fand ja, dass der Mann aussah wie Dora the Explorer 🤣 ... naja, so oder so war es gut, dass wir bewusst am Vormittag und nicht am Abend hier unterwegs waren.

Den größten Beweis für unseren unterschiedlichen Blick lieferte allerdings eine tote Ratte. Während ich sie gar nicht bemerkt hat, ist mein Mann sogar drauf getreten. An einem anderen Haus hing sogar ein eindringlicher Warnhinweis. Das Gebäude war offenbar wegen gesundheitsgefährdender Verunreinigungen gesperrt und anschließend mit Chemikalien gereinigt worden. Trotzdem sollte man weiterhin Abstand halten... ich hab auch davon nichts mitbekommen.
Seitdem macht sich meine Familie gerne darüber lustig, wie naiv und positiv ich immer bin und wie schön ich das Mission District fand. Aber was soll ich sagen? Ich hatte eben nur Augen für die Kunst und die bunten Häuser. Tote Ratten und Häuser mit Schädlingsbefall gehörten offenbar nicht zu meinem persönlichen Besichtigungsprogramm. 😂

In der Balmy Alley angekommen, war ich noch mehr verliebt. Manche Wandgemälde waren riesig, andere versteckten sich auf Mauern, Garagentoren oder in kleinen Gärten.
Auf dem Weg zur Clarion Alley liefen wir dann abseits der "schönen" Mission Street durch ruhigere Wohnstraßen. Hier standen dann wunderschöne Häuser im viktorianischen Stil, die ich persönlich dann noch viel schöner wie die Painted Ladies fand. Diese Häuser hab ich auch als Titelbild für den Beitrag ausgewählt. 💙💛🩵
Nach dem doch sehr langen Fußweg durch den Mission District war ich froh, dass wir das Viertel nicht erst für den nächsten Nachmittag eingeplant hatten. Nach unserem langen Tag am Russian Hill hätten wir diese Runde garantiert nicht mehr geschafft.

Eines der bekanntesten Gebäude im Mission District ist das Women’s Building in der 18th Street. Seine komplette Außenfassade ist mit einem riesigen Wandgemälde bedeckt. Das Gebäude dient als gemeinnütziges Zentrum und setzt sich für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit von Frauen ein.
Natürlich musste auch hier ein Erinnerungsfoto gemacht werden.

Während ich zur Mission Dolores Basilica lief, machte es sich meine Familie im Schatten des Dolores Parks gemütlich. Schon von außen war die Kirche wunderschön, im Inneren war ich dann vollkommen überwältigt. Der Kirchenchor hatte gerade Probe. Ich setzte mich hin, lauschte der Musik und genoss den Moment. Unbeschreiblich.
Die 1776 gegründete Mission San Francisco de Asís ist besser als Mission Dolores bekannt. Die historische Kapelle des Gebäudekomplexes gilt als ältestes vollständig erhaltenes Gebäude San Franciscos und überstand sogar das schwere Erdbeben von 1906.

Direkt gegenüber der Mission Dolores steht die ebenfalls wunderschöne St. Matthew’s Lutheran Church mit ihrem mintgrünen Anstrich und den weißen Elementen.
Doch leider blieb nur Zeit für ein Erinnerungsfoto von Außen. Anschließend lief ich zurück zur Familie, die meine Begeisterung für Kirchen eher nicht so teilt. Zumindest nicht nach einem so langen Foto-Fußmarsch durch das schöne Mission District. 🤣

Auf einer Parkbank im Mission Dolores Park machten wir eine kleine Nachmittagspause. Der Park ist wunderschön und gefiel uns auch besser als der Alamo Square Park bei den Painted Ladies.
Besonders der Helen Diller Playground ist ein echtes Eldorado für Kinder ... kleinere Kinder als meine großen Teenys ... es gibt Klettergerüste, Rutschen und jede Menge Spielmöglichkeiten. Außerdem findet man hier kostenlose öffentliche Toiletten. Die wiederrum auch für uns interessant waren. 😅
Im Dolores Park selbst liefen auch überall Hunde rum. Zur Freude meiner tierlieben Tochter. Entlang der Straßen ragten riesige Palmen in den Himmel. Dazwischen standen wunderschöne Häuschen und die Sonne strahlte vom Himmel. Was für eine Reise. Mein Entdeckerherz ist verliebt.

Vom Mission Dolores Park machten wir uns mit einem kleinen Abstecher über das Civic Center auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. An einer Ampel hielt dann plötzlich ein Waymo-Auto neben uns. Ohne Fahrer! In San Francisco ist das völlig normal. Wir mussten trotzdem jedes Mal zweimal hinsehen und laut lachen.
Ende 2027 soll Waymo sogar in München mit seinen selbstfahrenden Autos starten. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis der Anblick auch für uns ganz normal geworden ist.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Touchstone Pictures
Am War Memorial Opera House leg ich einen kurzen Fotostopp ein. Als Erinnerung an Vivians ersten Opernbesuch in Pretty Woman, dachte ich ... wie sich später herausstellte, wurde für die Außenaufnahmen aber nicht das echte Opernhaus in San Francisco genutzt, sondern die Carnegie Music Hall (Teil des Carnegie Institute) in Pittsburgh, Pennsylvania. Es ist eben einfach gar nichts echt in Hollywood.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Monarchy Enterprises B.V. / Regency Entertainment (USA), Inc.
Umso realer war dann der Besuch in der Main Library San Francisco, nur ein paar Meter weiter. Die Bibliothek war für mich nicht einfach irgendeine Bücherei, sie ist einer der Haupt-Drehorte von Stadt der Engel.
Ich lief die Treppen bis ganz nach oben und staunte in das große Atrium hinunter. Aber hallo, natürlich spürte ich die Anwesenheit der Engel hier. Ein ganz besonderer Moment für mich ... und natürlich war ich schon wieder am heulen.
Eine bedeutende Begegnung zwischen Seth und der Herzchirurgin Maggie findet in der beeindruckenden Main Library der San Francisco Public Library statt. Zwischen meterhohen Bücherregalen sucht Maggie nach einem Werk von Ernest Hemingway, als Seth sie anspricht.
Die 1996 eröffnete Bibliothek diente mit ihrem großen Atrium und der offenen Architektur als beeindruckende Filmkulisse.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Walt Disney Company
Am Abend machten wir uns dann nochmal auf den Weg. Unser erstes Ziel war der Palace of Fine Arts. Wir suchten nach der Bank aus der Filmszene von The Rock, konnten sie jedoch nicht finden.
Inzwischen waren dicke Wolken aufgezogen. Die Sonne verschwand und es wurde windig und kalt. Trotzdem liefen wir eine kleine Runde um den See, beobachteten Enten und Möwen und machten ein paar Erinnerungsfotos.
Der Platz um das monumentale Ausstellungsgebäude war an diesem Abend ein echter Foto-Hotspot. Unzählige Brautpaare, werdende Eltern oder Damen in prächtigen Kleidern liefen über das Gelände und hatten professionelle Fotografen mit dabei. Ich vermute, wir waren auf einigen Aufnahmen Fotocrasher und mussten überall rausretuschiert werden. Sorry!
Das Palace of Fine Arts wurde für die Weltausstellung von 1915 erbaut und sollte auch den Wiederaufbau San Franciscos nach dem schweren Erdbeben von 1906 feiern. Heute gehört die eindrucksvolle Anlage mit ihrer großen Kuppel, den Säulengängen und dem See zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
In „The Rock“ trifft John Mason hier seine Tochter Jade. Zwischen der monumentalen Architektur, dem See und der fast romantischen Kulisse wird der Actionfilm für einen kurzen Moment ganz ruhig.

Zum Sonnenuntergang wollten wir am Baker Beach sein und dem schlechten Wetter zum Trotz, wagten wir den Versuch. Als wir uns vorher Bilder vom Sonnenuntergang am Baker Beach angesehen hatten, sah alles so fantastisch aus. Eine knallrote Golden Gate Bridge, ein goldener Strand und strahlender Sonnenschein. Als wir ankamen, steckte die Golden Gate Bridge tief im Nebel. Der Strand war grau und von einem goldenen Sonnenuntergang war erst einmal nichts zu sehen.
Und trotzdem war es wunderschön. Durch den Nebel war am Strand eine ganz besondere Stimmung.

Riesige Wellen rollten auf den Strand und kurz vor Sonnenuntergang brachen die Wolken ein Stück auf und das Wasser leuchtete in kräftigem orange. Ich weiss nicht, welchen Fotocrasher ich auf meinen Sonnenuntergangsfotos am besten finde: Die Möwe, den Dampfer am Horizont oder die süße Robbe, die ihren Kopf genau dann rausgestreckt hat, als ich abgedrückt hab.
Möwen liefen mit uns und den Wellen um die Wette, über uns flogen ganze Schwärme von Pelikanen vorbei und eine Weile saßen wir auch einfach nur auf einem Baumstamm am Strand und genossen das Naturkino. Der Sonnenuntergang war ganz anders als erwartet. Vielleicht war er gerade deshalb so besonders.

Auf dem Heimweg vom Baker Beach fuhren wir dann noch an der Kreuzung Washington Street und Cherry Street vorbei. Das Wohnhaus an der Ecke war bei unserem Besuch leider vollständig in Folie eingepackt. Besonders viel konnten wir deshalb nicht erkennen. Trotzdem war es ein echt spannender und irgendwie auch unheimlicher Moment, wurde der Täter ja nie gefasst, und könnte sogar noch am Leben sein. 😬
Am 11. Oktober 1969 wurde an diesen bekannten True-Crime-Schauplatz, an dem unser Auto stand, der Taxifahrer Paul Stine ermordet. Die Tat gilt als letzter bestätigter Mord des bis heute nicht eindeutig identifizierten Zodiac Killers. Heute sieht die Kreuzung wie eine ganz normale, ruhige Wohnstraße aus.
Auf dem Weg zurück zum Hotel lief uns dann noch ein Waschbär vor das Auto. Schnell flitze er weiter, wir blieben stehen und beobachteten ihn, bis er in einer Gasse über ein Zugangstor verschwand. Supersüß.
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Besuch der Painted Ladies, Balmy Alley, Clarion Alley, Women’s Building und Mission Dolores.
War Memorial Opera House, San Francisco City Hall und San Francisco Public Library (Drehort von Stadt der Engel).
Vom Ghirardelli Square über den Palace of Fine Arts zum Baker Beach und Abschluss am Tatort des Zodiac Killers.
Unsere Unterkunft für die ersten Tage in San Francisco.
Unser Reisetagebuch zum Kalifornien-Roadtrip mit der ganzen Familie: Mama, Papa und zwei Kinder (10 und 14 Jahre). Von Bayern nach San Francisco, immer an der Westküste entlang, über Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Pismo Beach, Santa Barbara, Malibu nach Los Angeles und über die Route 66 weiter bis nach Las Vegas und zurück nach Santa Monica. 3 Wochen von Ende August bis September 2026.
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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
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