Heute müssen wir uns tatsächlich einen Wecker stellen. Wir wollen gleich in der Früh am Frühstücksbuffet sitzen, denn bereits um 7:45 Uhr müssen wir unser Hotel verlassen um rechtzeitig vor der Abfahrt unserer Fähre am Pier 33 zu sein. Um 8:30 Uhr beginnt dort der Check-in für die Fähre.
Unser Hotel liegt zum Glück nur wenige Gehminuten vom Pier entfernt. Trotzdem möchten wir lieber etwas zu früh als zu spät sein. Schließlich wartet heute einer der Programmpunkte auf uns, auf den wir uns besonders gefreut haben: Alcatraz!
Wichtig: Bei der Buchung unbedingt darauf achten, dass du den richtigen Anbieter wählst: alcatrazcitycruises.com. Ein hilfreiches Video zur Orientierung auf Alcatraz finden wir vorab auch auf dem YouTube-Kanal von Aramis Merlin.

Wir nehmen gleich die erste Fähre des Tages. Gemeinsam mit einer recht großen Gruppe fahren wir hinaus in die Bucht von San Francisco. Schon die Annäherung an Alcatraz ist beeindruckend. Nach nur etwa 15 Minuten Fahrzeit erreichen wir die Insel.
Obwohl viele Menschen mit uns von Bord gehen, verteilt sich die Gruppe überraschend schnell. Es entsteht überhaupt kein Stress und jeder kann selbst entscheiden, in welchem Tempo er Alcatraz erkunden möchte.
Wir können uns viel Zeit lassen, die ersten Ecken der Insel entdecken und die verschiedenen Gebäude genauer ansehen.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Walt Disney Company
Für mich ist Alcatraz nicht nur wegen seiner Geschichte etwas Besonderes. Die Insel ist gleichzeitig der wichtigste Originaldrehort einer meiner absoluten Lieblingsfilme aus den 90ern: "The Rock" - mit Sir Sean Connery und Nicolas Cage.
Unzählige Male hab ich ihn in meiner Jugend gesehen und kann viele Textpassagen mitsprechen. Zahlreiche Außenaufnahmen und Szenen rund um das ehemalige Gefängnis wurden tatsächlich hier gedreht und Alcatraz blieb während der Dreharbeiten sogar weiterhin für Besucher geöffnet. Weil die Filmcrew die vom National Park Service verwaltete Insel nicht einfach komplett sperren konnte, musste teilweise zwischen den normalen Besuchergruppen gedreht werden.
Schon auf dem Weg vom Anleger nach oben zum Gefängnis entdecken wir einige Originalschauplätze. Mit den Fotokarten gleiche ich Details ab und finde sogar die Stelle, an der sich der FBI-Chemiewaffenexperte Stanley Goodspeed (Nicolas Cage) und der ehemalige Gefangene John Mason (Sean Connery) zum letzten Mal sehen:
... hab ich direkt im Ohr. Ein unglaublicher Moment.
Bei unserem Roadtrip durch Kalifornien werden wir übrigens noch mehr Drehorte von "The Rock" abfahren:

Vom Anleger führt der Weg ziemlich steil hinauf zum ehemaligen Gefängnistrakt. Oben angekommen kann man sich den Audioguide in verschiedensten Sprachen ausleihen. Natürlich wählen wir die deutsche Version. Das Gerät wird einfach umgehängt und anschließend führt einen der Audioguide im eigenen Tempo durch das Gefängnis. Man kann vorspulen, auf Pause drücken oder eine Audiodatei ein zweites Mal hören, wenn man etwas verpasst hat. Ganz anders als z.B. im Schloss Neuschwanstein, wo man nur durchgeschoben wird, hat man hier wirklich alle Zeit der Welt.

Der deutsche Audioguide ist extrem gut gestaltet! Ehemalige Gefangene, Wärter und Bewohner der Insel erzählen die Geschichte von Alcatraz. Dazu kommen Geräusche aus dem damaligen Gefängnisalltag. Türen schlagen zu, Stimmen hallen durch die Gänge und es fühlt sich so an, als wäre das Zellenhaus wieder voller Menschen.
Die Mischung aus Erzählungen und Geräuschkulisse ist unglaublich fesselnd. Man hört gespannt zu, läuft durch die Gänge und möchte wissen, wie es weitergeht. Auch meinen Töchtern (10 und 14 Jahre) hat es richtig gut gefallen, sie fanden es spannend und gar nicht beängstigend.

Filmausschnitt zur Standortsuche © Walt Disney Company
Besonders beeindruckend ist auch, dass wir selbst in einige der Gefängniszellen hineingehen können. Viel Platz gab es hier nicht. Ein schmales Bett, eine Toilette, ein Waschbecken und nur wenige persönliche Gegenstände mussten reichen.
Noch beklemmender sind die gesonderten Zellen, die komplett dunkel sind. Auch diese kann man betreten. Dort erzählt der Audioguide, dass sich die Insassen in der Fantasie die schönsten Orte vorgestellt haben, und wenn man nur lange genug in der Dunkelheit sitzt, wird das Bild im Kopf irgendwann wohl immer realer ... bis einen die Realität wieder einholt ...

Besonders spannend waren die Geschichten über die verschiedenen Ausbruchsversuche. Alcatraz galt aufgrund seiner Lage mitten in der kalten und strömungsreichen Bucht von San Francisco als ausbruchsicher. Trotzdem versuchten mehrere Gefangene, von der Insel zu entkommen:
Der berühmteste Fluchtversuch fand 1962 statt. Frank Morris sowie die Brüder John und Clarence Anglin gruben sich durch die Rückwände ihrer Zellen und legten selbst gebastelte Köpfe in ihre Betten, um die Wärter zu täuschen. Anschließend flohen sie vermutlich auf einem Floß aus Regenmänteln über das Wasser. Die drei Männer wurden nie gefunden. Bis heute ist deshalb nicht eindeutig geklärt, ob sie in der Bucht ertranken oder tatsächlich entkommen konnten.
Während der Audiotour sehen wir die Zellen und Bereiche, die mit den Ausbruchsversuchen verbunden sind. Weil man direkt am Originalschauplatz steht, wirkt die Erzählung noch intensiver.

Nicht unerwähnt bleiben, sollte auch die Geschichte des Leuchtturms auf Alcatraz. Immerhin stand hier der erste Leuchtturm an der Westküste:
Bereits 1854 wurde hier der erste Leuchtturm an der Westküste der USA in Betrieb genommen. Sein Licht sollte den Schiffen den Weg durch das Golden Gate und in die Bucht von San Francisco weisen. Der heutige, etwa 29 Meter hohe Turm stammt aus dem Jahr 1909. Der ursprüngliche Leuchtturm war nicht mehr hoch genug, um über das neu gebaute Zellenhaus hinwegzuleuchten. Seit der Schließung des Gefängnisses im Jahr 1963 arbeitet das Leuchtfeuer automatisch und weist den Schiffen bis heute den Weg. home.nps.gov
Und natürlich kommt der Turm auch direkt in meine Leuchtturm-Sammlung unter Leuchttürme sammeln - Eine Bildergalerie mit Weltkarte

Auf der Insel begegnen uns nicht nur Geschichten über ehemalige Gefangene und Wärter. Überall sind Vögel. Unzählige Möwen kreisen über Alcatraz, sitzen auf Mauern oder besetzen kleine Vorsprünge an den Gebäuden. Dazwischen entdecken wir Pelikane und andere Vögel. Eigentlich haben sie die ehemalige Gefängnisinsel längst für sich eingenommen.

Natürlich schauen wir uns auch im Souvenirshop um. Die Auswahl ist riesig und es gibt richtig schöne Erinnerungsstücke rund um Alcatraz. Wir nehmen nichts mit, ich knipse aber ein paar Dinge, die mir richtig gut gefallen, z.B. ein Poster mit dem Titel "Doors of Alcatraz" gefällt mir richtig gut. Auch eine tolle Fotoidee für die nächste Reise.
Nach unserem ausführlichen Rundgang machen wir uns wieder auf den Weg zum Anleger. Auch hier kann man selbst entscheiden mit welcher Fähre man wieder zurück nach San Francisco fahren möchte.

Als wir zurück am Pier 33 ankommen, sehen wir warum es eine so gute Entscheidung war, gleich die erste Fähre zu nehmen. Inzwischen warten riesige Menschenmassen am Hafen. Alle möchten auf das nächste Schiff und hinüber nach Alcatraz. Mit jeder weiteren Fähre kommen neue Besucher auf die Insel. Die Menschen der ersten Überfahrt verteilen sich noch ziemlich gut. Je später es wird, desto voller wird es jedoch.
Das frühe Aufstehen hat sich für uns deshalb definitiv gelohnt. Wir konnten viele Bereiche noch vergleichsweise ruhig ansehen und die Audiotour ganz entspannt in unserem eigenen Tempo erleben.

Den Nachmittag verbringen wir am Hotelpool. Viel gibt es dazu auch gar nicht zu erzählen. Das Wasser ist kalt, die Sonne warm und wir genießen die Auszeit bis zum Abendprogramm.

Am Abend laufen wir wieder zum Pier 39. Doch bevor wir es ins Hard Rock Cafe schaffen, stehen wir mitten im Summer of Love, dem Peace, Love & Live Music Festival, das an diesem Abend am Pier und der Fishermans Wharf stattfindet.
Frauen in bunten Batikkleidern und mit Blumen im Haar tanzen zur Livemusik. Überall sehen wir verrückte Kleidung, jede Menge Glitzer und völlig abgedrehte Fahrzeuge. Ikonischer könnte es kaum sein. Genau so haben wir uns das typische Flower-Power-Flair von San Francisco vorgestellt.

Nach einem kurzen Tänzchen zur Flower-Power-Musik schaffen wir es dann doch bis ins Hard Rock Cafè. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass wir große Hard Rock Cafe Fans sind. Natürlich bestellen wir deshalb meine geliebten Twisted Mac, Chicken & Cheese und leckere Burger.
Außerdem sehen wir uns natürlich auch den Gitarrenhimmel, die Eingangshalle und die ausgestellten Erinnerungsstücke ganz genau an. Besonders spannend finden wir die Gitarren von Eric Clapton und Metallica:
Kirk Hammett, Metallica ’89: Diese ESP-Gitarre gehörte zu den Instrumenten, die Kirk Hammett während Metallicas "Damaged Justice"-Tour 1988 und 1989 auf der Bühne spielte. Die Tour dauerte 13 Monate und führte durch mehr als 18 Länder. Die Gitarre ist ziemlich ungewöhnlich. Abgesehen vom Namen auf der Kopfplatte ist sie kaum von einer Gibson Les Paul zu unterscheiden. Da echte, auf der Bühne gespielte Metallica-Gitarren nur sehr schwer zu bekommen sind, ist dieses Instrument eine echte Rarität.
Im Souvenirladen werde ich schwach und nehme mir einen Metallpin der Collectors Edition mit. Wenn ich Glück habe, finde ich die passenden Pins zur Serie auch in den nächsten Hard Rock Cafès in Hollywood und Las Vegas ... lass dich überraschen, obs geklappt hat.

Nach dem Abendessen flanieren wir noch einmal ganz gemütlich über den Pier 39. Natürlich müssen wir auch bei den Seelöwen vorbeischauen. Anschließend laufen wir am Hafen entlang durch Fishermans Wharf und weiter in Richtung Ghirardelli Square. Eigentlich dauert diese Strecke zu Fuß nur ungefähr 15 Minuten. Wir brauchen trotzdem deutlich länger, weil wir an so vielen Ecken stehen bleiben.
Überall gibt es etwas zu entdecken: An einer Stelle läuft Livemusik, an der nächsten wird getanzt und ein paar Meter weiter fahren wieder riesige, bunt geschmückte Fahrzeuge vorbei. Wir tanzen, singen und genießen dieses verrückte San Francisco.
Als wir schließlich am Ghirardelli Square ankommen, sind alle müde. Eigentlich wollten wir hier noch ein Eis essen. Inzwischen hat aber niemand mehr Lust darauf. Also machen wir uns langsam auf den Rückweg zu unserem Hotel. Die besonders schönen Ecken entlang des Hafens merken wir uns einfach für die nächsten Tage in San Francisco. Schließlich haben wir noch ein bisschen Zeit, um wiederzukommen.
Spoiler: Am nächsten Tag direkt: San Francisco - Painted Ladies, Mission District und Baker Beach
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Auf den Spuren von Sir Sean Connery und Nicolas Cage ... und natürlich hab ich mir auch den Soundtrack des Films auf der Fährüberfahrt noch einmal angehört. Filmnerd-Ende! 🤣
Sorry, auch wenn ich mich sonst bei Souvenirs inzwischen echt gut zusammenreissen kann, bin ich um die Metallpins aus der Collectors Edition nicht drum rum gekommen.
Seelöwen & Flower Power - Bild von Tag 2 und 3.
Unsere Unterkunft für die ersten Tage in San Francisco.
Unser Reisetagebuch zum Kalifornien-Roadtrip mit der ganzen Familie: Mama, Papa und zwei Kinder (10 und 14 Jahre). Von Bayern nach San Francisco, immer an der Westküste entlang, über Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Pismo Beach, Santa Barbara, Malibu nach Los Angeles und über die Route 66 weiter bis nach Las Vegas und zurück nach Santa Monica. 3 Wochen von Ende August bis September 2026.
Wir haben große Pläne, mal sehen, was sich davon umsetzen lässt. 🙏
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Ich würd mich freuen.
Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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